Berichte [ Sa. 11.Okt 2008 - Deutschlandpokal 2008 ]

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Deutschlandpokal 2008 in Biedenkopf

lasst mich mal überlegen!
Gefühlte 10 Stunden Autofahrt, neeee neeee neeee eigentlich waren es nur 7 Stunden, obwohl laut Navigationsgerät nur knappe 5 Stunden für die Fahrt vorgesehen waren............................. soooooooooooooooooo lange saßen wir, zumindest Piecke, Cindy, Marc und ich im Auto und „sausten“ von Berlin nach Biedenkopf (das liegt und bitte entschuldigt mir die Ausdrucksweise, „am Arsch der Welt“). Das alles nur, weil wir mal wieder ein paar Verrückte hatten, die ihr im Training Erlerntes im Kampf umsetzen wollten, sprich, den Deutschlandpokal mit nach Berlin nehmen wollten.
Insgesamt fuhren wir mit drei Fahrzeugen. Andrej, Nico, Nils und Olli als Kämpfer und dann noch ein paar eingefleischte „Fans“, die Freunde von Nico und Andrej und Olli`s Papa. Unterkunft hatten wir in der direkt neben der Sporthalle liegenden Jugendherberge gefunden. Zwei 8-Bettzimmer mit Holzpritschen und mit ungefähr 150 weiteren Kickboxern aus ganz Deutschland. Das konnte ja was werden. Nachdem wir alle gewogen waren (...ich natürlich nicht, denn das hätte ja die Waage gesprengt...) und keiner der Kämpfer „abschwitzen“ musste, konnten wir, bevor wir früh schlafen gehen wollten und hier liegt die Betonung auf dem Wort „wollten“, noch im Restaurant nebenan ein leckeres Schnitzel essen.
An diesem Abend konnten wir „Älteren“ den Begriff „JUGENDHERBERGE“ erst richtig einstufen. Gegen 22:30 Uhr wollten wir eigentlich in die Betten gehen und über Nacht Ruhe und Kraft für den nächsten Tag schöpfen. Leider hatten wir nicht mit der Energie und der Ausdauer einiger anderen Kickboxer, die zu 90 % in einem Alter von acht bis ca. 12 Jahre waren, gerechnet. Ein Stockwerk über uns wurde die Nacht zum Tag gemacht. Von der Lautstärke und den Geräuschen her dachten wir, dass eine Etage über uns das gesamte Mobiliar umgeräumt wurde. Gegen 00:00 Uhr wollten Cindy und ich dann schon einmal im oberen Stockwerk ein paar Vorkämpfe durchführen, um so für Ruhe zu sorgen, aber dann habe ich mich an das letzte Turnier mit Jugendherbergsübernachtung erinnert (ich glaube, dass da unsere Jugend bis nachts um ca. 02:00 Uhr das Haus unsicher machte) und von unserem Vorhaben abgesehen. Irgendwann in den frühen Morgenstunden war dann endlich Ruhe.
Am nächsten Morgen klappte alles gut. Aufstehen, kein Stau vor den Duschen, ein leckeres Frühstück (ganz anders als in der letzten Jugendherberge) und dann ab in die Halle. Eröffnung mit Nationalhymne, Gedenkminute für den Begründer des Kickboxens in Deutschland (Georg Brückner) und dann warteten wir auf die Wettkampflisten. Im Vorfeld wussten wir durch die Teilnehmerlisten im Internet schon, wie voll ungefähr jede einzelne Gewichtsklasse war. Durch Nachmeldungen oder Übergewicht konnte sich die Anzahl der Teilnehmer in den Gewichtsklassen jedoch noch ein wenig verändern. Nachdem die Listen dann aushingen wurden bereits die ersten Kampfpaarungen aufgerufen. Aufgebaut waren vier Mattenflächen und ein Boxring. Insgesamt gingen 289 Kämpfer an den Start. Da Andrej Propp in seiner Gewichtsklasse bis 86 kg im Vollkontakt keinen Gegner hatte, entschloss er sich, in einer höheren Gewichtsklasse zu starten (ganz schön mutig). Dort wartete ein ganz schöner Brocken auf ihn. Dazu aber später. Wir saßen alle noch auf der Tribüne, als plötzlich im Ring gleich zu Beginn die Gewichtsklasse Herren Vollkontakt bis 75 kg (6 Teilnehmer) aufgerufen wurde. Olli fiel beinahe die Stulle aus dem Mund (...leicht übertrieben...). Rucki zucki zog er seine Kampfausrüstung an und harrte der Dinge, die da so kamen. Rein in den Ring. Sein Gegner hieß Christian Galone, von KBS Mack. Gut durchtrainiert sah er aus, das half ihm aber nicht. Olli kämpfte sehr variabel und setzte sowohl Faust- als auch Fußtechniken ein, die das ein oder andere Mal ihr Ziel voll trafen. Ein sehr kräfteraubender Kampf, der trotz einiger Gegentreffer mit einem Sieg von Olli endete. Nun glaubten wir an eine Verschnaufpause für Olli. Weit gefehlt. Gerade einmal einen Kampf Pause gönnte man ihm. Sein nächster Gegner hatte dadurch schon einmal einen konditionellen Vorteil. Aber was soll`s, da musste er durch! Bei seinem Gegner handelte es sich um Yasin Yazici von Tan Gun. Kein leichtes Gegenüber. Das sollte sich dann auch im Kampf zeigen. Trotz gutem Kampfverhalten musste Olli die ein oder andere „Kelle“ hinnehmen. Sein Gesicht zeigte bereits unmittelbar nach dem Kampf deutliche Trefferspuren. Den Sieg musste er dann leider an Yasin abgeben, aber der Kampf war trotzdem schön anzuschauen. Somit belegte Olli einen guten dritten Platz.
Als Nächstes musste Marc im Leichtkontakt in der Gewichtsklasse bis 63 kg antreten. Bei seinem Gegner handelte es sich um Artur Shevchuk aus Delmenhorst. Irgendwoher kannten wir den Namen, aber wir wussten nicht mehr, woher. Das war aber auch egal und sollte nicht stören. Unbefangen in den Kampf hineingehen und das im Training und den zurückliegenden Turnieren Erlernte umsetzen. Marc begann sehr gut. Endlich setze er einmal um, was ich ihm schon immer versucht habe, einzupredigen. „Wenn die Deckung Deines Gegner`s offen ist, wie ein Scheunentor, dann arbeite bitte mit Frontkicks!!!!“ und siehe da, Kick für Kick traf ins Ziel. Sein Gegner boxte fleißig mit und setzte auch ein paar Treffer. Die Mattenaufteilung beider Kämpfer war gut. Marc kam auch aufgrund guter Boxtechniken immer wieder durch und gewann diesen Kampf klar mit Drei zu Null Kampfrichterstimmen. Der straffe Zeitplan des Turniers ließ auch ihm bis zum nächsten Kampf nur eine Verschnaufpause von einem Kampf. Im Finale kämpfte Marc dann gegen einen Altbekannten. Gegen Björn Tauchert vom Jugendteam. Dieser Kampf war zeitweise ein wenig hart, normalisierte sich aber nach einer Ermahnung des Kampfrichters. Björn versuchte, mit Frontkicks durch Marc`s Deckung durchzukommen. Ab und zu gelang ihm das auch, so dass Marc ordentlich einstecken musste. Am Ende des Kampfes hieß es dann jedoch klar Drei zu Null Kampfrichterstimmen für Marc. Das Ziel war erreicht. Marc wurde Deutschlandpokalsieger !!!!!
Herzlichen Glückwunsch !!!!!


So, weiter geht`s. Als nächster Kämpfer musste Andrej Propp in den Ring. Er startete, wie ich anfangs bereits ankündigte, im Vollkontakt eine Gewichtsklasse höher, also bis 91 kg und traf dort auf Felix Hetebrüg von Polzfuss. Von der Körpergröße überlegen, versuchte Felix vergeblich, mit harten Schlägen unseren Andrej in die Knie zu zwingen. Andrej schlug jedoch kräftig mit und teilte auch ordentlich mit seinen Fußtritten aus. Seine Aufwärtshaken trafen manchmal ins Schwarze. Ein kräftiger Schlagabtausch, eben richtiger Vollkontakt. Super gekämpft, außer Atem aber glücklich, nahm Andrej die Kampfrichterentscheidung entgegen. Sieg, Sieg, Sieg!!!!!!! Auch Andrej wurde Deutschlandpokalsieger !!!!!
Herzlichen Glückwunsch !!!!!


Das Losglück lag an diesem Tag ausnahmsweise auch einmal bei uns. Nils Thiede war in der Gewichtsklasse Leichtkontakt bis 84 kg gemeldet. Mit ihm 5 weitere Kämpfer. Durch ein Freilos eine Runde weiter, hieß sein Gegner im Viertelfinale dann Christopher Raatz (BAM).
Diese Gewichtsklasse wurde auch im Boxring ausgetragen. Ich hatte so ab und zu das Gefühl, dass der Kampfrichter noch der Meinung war, dass hier Vollkontakt gekämpft werden sollte. Die Schläge wurden immer härter und Nils steckte einen Schlag nach dem anderen ein. Der Sieg ging an Christopher. Nils belegte einen tollen dritten Platz. Herzlichen Glückwunsch!!!!

Nun wieder zu Marc. Als Doppelstarter musste Marc nun im Semikontakt bis 175 cm Größe antreten. In dieser Klasse, die von allen Alters- und Gewichtsklassen am Stärksten besetzt war, musste er einen von zwei Vorkämpfen bestreiten. Sein Gegner hieß Patrick Schlaffer. Dieser Stilrichtung war Marc nicht gewachsen. Einmal mehr stellte sich heraus, dass Semikontakt nichts für Marc ist. Das Umschalten von Leichtkontakt zu Semikontakt fiel ihm schwer. Marc verlor diesen Kampf und war damit raus aus dem Pool.

Jetzt hatten wir nur noch zwei Kämpfer im Rennen. Kommen wir zu Patrick. In den letzten Wochen und Monaten konnte man eine deutliche Steigerung in der Qualität seiner Kämpfe feststellen, kurzum, Patrick war sehr gut drauf und hatte sich für dieses Wochenende viel vorgenommen. In seiner Gewichtsklasse Leichtkontakt bis 69 kg gingen insgesamt 8 Teilnehmer an den Start. Sein erster Gegner hieß Markus Fritsch (Plat), der einen sehr unangenehmer Kampfstil kämpfte. Ständig versuchte Patricks Gegner, ihn mit teilweise sehr hoch angesetzten Fussfegern aus dem Konzept zu bringen. Einmal fegte er Patrick auch vollständig die Beine weg. Weiterhin erhöhte Markus Fritsch die Schlagfrequenz und Patrick fand einfach kein Konzept gegen ihn. Hinzu kam ein meiner Meinung nach viel zu tiefer Fußtritt in Patricks Unterleib. Einmal tief durchatmen und weiterkämpfen. Trotz intensiver Bemühungen gelang es Patrick nicht, seinen Gegner zu besiegen. Leider verlor er und somit platzte sein Traum vom Turniersieg. Patrick, Du hast trotzdem sehr gut gekämpft. Beim nächsten Mal klappt es bestimmt wieder. Kopf hoch!!!!

In der Gewichtsklasse bis 79 kg musste nun noch Nico ran. 9 Kämpfer fighteten um den Sieg. Sein Gegner hieß Markus Krata von Hara Köln, der am Ende Deutschlandpokalsieger wurde. Hoch gewachsen, deckte er Nico von Anfang bis Ende mit diversen harten Schlägen ein. Nico hielt sich tapfer und versuchte, mit verschiedenen Techniken, seinen Gegner zu beeindrucken. Kurzfristig dachte ich, dass Nico vielleicht doch siegen könnte. Leider verlor er den Kampf und war somit ebenfalls raus aus dem Turnier.

Im Ergebnis dieses Turniertages konnten wir für unseren Verein zwei Deutschlandpokalsieger und zwei dritte Plätze verbuchen. Ein tolles Ergebnis.

Nach einem langen und anstrengenden Tag verließen wir gegen 18:00 Uhr die Halle. Einige unserer Kämpfer fuhren am selben Abend wieder zurück nach Berlin, die anderen blieben noch eine Nacht in der Jugendherberge und fuhren am nächsten Morgen zurück. Bereits auf der Rückfahrt sprachen wir dann sowohl über den am nächsten Wochenende stattfindenden Turnierausstatter-lehrgang als auch über das nächste anstehende Turnier (Nachwuchsturnier am 08.11.2008 bei Lurich).

Ich werde zu gegebener Zeit Weiteres berichten.

...Wettkampf-Fotos

Mit sportlichem Gruß
Eure Birga


Wettkampfbetreuerin

Birga Hammer

Autor: Birga Hammer