Berichte [ Mo. 20.Apr 2009 - Aktueller Bericht bis April ]

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KICKBOXEN ...

Hay, da bin ich wieder. Nach einigen Monaten der Funkstille möchte ich Euch mal auf den aktuellsten Stand des Wettkampfgeschehens bringen und auch kurz von den zurückliegenden Turnieren berichten.

Vorab solltet Ihr Euch jedoch den nächsten Termin merken, Samstag, den 02.05.2009. An diesem Tag finden in Berlin die Norddeutschen Vollkontaktmeisterschaften Kickboxen statt. Aus unserer Sportschule starten drei Kämpfer. Neben Maurice Kohn, der bis 91 kg startet und Andrej Propp bis 86 kg, bestreitet Marc Hammer bis 63,5 kg seinen ersten Kampf im Vollkontakt.

So, nun versetzen wir uns mal an den Anfang des Jahres 2009 zurück. Das erste Turnier, an dem Kämpfer aus unserer Sportschule am Buckower Damm teilnahmen, war das 4. Eberpokalturnier in Eberswalde. Insgesamt gingen acht Kämpfer an den Start. Premiere im Wettkampfgeschehen hatte Sharon Bettac in der Gewichtsklasse bis 47 kg. Sie hatte sich in den letzten Monaten intensiv auf ihren ersten Leichtkontaktkampf vorbereitet und fieberte diesem entgegen. Ihre Gegnerin war Ester Taous vom Kickbox-Jugend-Team, die schon seit mehreren Jahren im Wettkampfgeschehen unterwegs ist. Trotz guter Techniken von Sharon, konnte Ester mit ihren langen Beinen immer wieder punkten und so den Kampf für sich entscheiden. Sharon belegte somit in ihrem ersten Turnier gleich den zweiten Platz. Oliver Hano startete neben Marc Hammer im Semikontakt bis 175 cm, gewann seinen ersten Kampf gegen Görkem Bisgin mit Fausttechniken zum Kopf, verlor dann leider gegen Alexander Grotjan den Kampf um den Einzug ins Finale und belegte so den dritten Platz. Marc`s erster Gegner hieß Mark Brecht. Da Mark Brecht in seiner Größenklasse über 175 cm keinen Gegner hatte, wurde er in diese Größenklasse hineingeschrieben. In einem aus meiner Sicht langweiligen Kampf, der in den ersten zwei Minuten dadurch bestach, dass beide Kämpfer ohne jeglichen Kontakt über die Matte „tanzten“ und durch „Kick`s in die Luft“ punkten wollten, ging letztlich Marc Hammer als Sieger hervor, da er sich in den zweiten zwei Minuten des Kampfes darauf besann, dass man den Gegner auch treffen muss. Als Coach stellte ich einmal mehr fest, dass Semikontakt nicht`s für Marc ist und er sich doch lieber auf Leichtkontaktkämpfe einlassen sollte. Nach dem ersten Kampf traf Marc dann auf den mehrfachen Deutsch Meister David Herzog. Es entwickelte sich ein interessanter Kampf, den David letztlich für sich entscheiden konnte und somit ins Finale einzog, welches er dann auch gewann. In dieser Klasse konnten wir zwei dritte Plätze verzeichnen.

Weiter ging es im Leichtkontakt der Junioren bis 57 kg. Phillip Kerl musste gegen Jeremy Schlät ran. Jeremy, wesentlich kleiner als Phillip, entpuppte sich während des Kampfes als „Wirbelwind“ und verwechselte diesen Kampf mit einem Vollkontaktkampf. Teilweise unkontrolliert schlug er mit den Fäusten um sich, so dass Phillip sich beherrschen musste, um nicht mitzuprügeln. Mit seinen guten Fußtechniken konnte Phillip mehrmals punkten und die Fäuste trafen auch ihr Ziel. Für mein Geschmack genau das richtige Konzept gegen solch einen Gegner. Leider waren wir mit unserer Meinung ein wenig alleine, denn die Kampfrichter entschieden anders und verwarnten Phillip mehrmals wegen „zu hartem Kontakt“ und erteilten sogar einen Minuspunkt. Für uns nicht nachvollziehbar. Sein Gegner, der Phillip des öfteren hart traf und so für Spuren im Gesicht von Phillip sorgte, erhielt keinen Minuspunkt. Am Ende des Kampfes hieß der Sieger nach Kampfrichterentscheidung Jeremy. Phillip belegte einen tollen zweiten Platz.

In der Gewichtsklasse Jugend Leichtkontakt bis 63 kg kämpfte Marc Hammer in seinem ersten Kampf gegen Anton Hirche vom Sportpoint Werder. Mit seinen Exkicks konnte Marc immer wieder bei Anton punkten und auch die Fäuste fanden ihr Ziel. Anton konnte anfangs sehr gut mithalten und sich auf Marcs Techniken einstellen, musste sich dann jedoch am Ende des Kampfes mit einer Niederlage zufrieden geben, so dass Marc im Finale gegen Pham Haong Duong antreten musste. Als Hinweis bekamen wir, dass Pham Haong Duong sein allererstes Turnier überhaut erst kämpfen würde und wir doch darauf Rücksicht nehmen sollten. Also, ruhig angehen!!!. So kann man sich täuschen. Marc war überrascht von der Härte und der Schlagfrequenz seines Gegners und wurde anfangs ein paar Mal kräftig getroffen. Nun legte auch er den Schalter um und boxte und kickte mit. Seine in den letzten zwei Jahren gesammelte Wettkampferfahrung half ihm, einen klaren Vorsprung herauszuarbeiten und letztlich mit 3:0 Kampfrichterstimmen zu siegen. Damit belegte Marc den ersten Platz. Aber Vorsicht, diesen Namen Pham Haong Duong sollte man sich merken. Ich hatte durch die Art und Weise seiner Bewegungen und Techniken das Gefühl, dass dieser Kämpfer aus einer anderen Wettkampfsportart kam und sich nun hier im Kickboxen versucht.

Nachdem der Vormittag mit den Jugendlichen und Junioren sehr erfolgreich endete, begannen am Nachmittag die Wettkämpfe der Erwachsenen. Die den Frauen startete Jacqueline Kerl eigentlich in der Gewichtsklasse bis 55 kg. Da sie dort allerdings keine Gegnerin hatte, wurde sie mit ihrem Einverständnis in die Gewichtsklasse bis 60 kg hochgeschrieben. 5 kg höher zu starten bedeutet, dass man sich auf einen ordentlichen „Bums“ der Gegnerinnen einstellen muss. Jacqueline hatte aber nicht nur in den letzten Wochen, sondern in den zurückliegenden Jahren bereits hart im Kickboxen und auch im Boxen trainiert, so dass sie sich nicht fürchten musste. Das tat sie auch nicht. Den Kampf gegen Sya Urena gewann Jacqeline und musste dann im Finale gegen Alena Anspach antreten. Alena boxte sehr hart und konnte den Kampf für sich entscheiden.
Leider kann ich Euch über die Kämpfe von Nicolas Schulze und Patrick Muschiol in der Gewichtsklasse bis 79 kg Leichtkontakt nicht ausführlich berichten, da Patrick Pickbrenner zur gleichen Zeit auf der zweiten Matte in der Gewichtsklasse bis 69 kg an den Start musste und eine harte Nuss zu knacken hatte und ich als Coach zu Piecke ging. Piecke`s Gegner hieß Denny Schmitt und verfügte über eine große Auswahl ziemlich perfekter Faust- und Fußtechniken. Patrick musste alles geben. Sehr variantenreich versuchte Patrick, Denny zu treffen. Dies gelang ihm auch des Öfteren, jedoch reichte es nicht für einen Sieg in dieser Gewichtsklasse. Er fand einfach nicht das richtige Konzept. Schade!!!

Als Ergebnis des Turniertages konnten wir einen ersten Platz, drei zweite Plätze und drei dritte Plätze vorweisen. Ich finde, dass es ein sehr gutes Ergebnis für das erste Turnier des Jahres war und zudem als Vorbereitung für die Berliner Meisterschaften galt. Die Berlin/Brandenburger Meisterschaften fanden dann nur drei Wochen später, am 14.03.2009, ebenfalls in Eberswalde statt. An dieser Stelle sei auch einmal Lars Kremps und seinem Team aus Eberswalde gedankt. Sie übernahmen die Ausrichtung/Durchführung der Meisterschaften.

Aus Sicht unserer Kämpfer war diese Meisterschaft sehr erfolgreich, da sich alle Kämpfer für die im Juni 2009 stattfindenden Deutschen Meisterschaften qualifizierten. Herzlichen Glückwunsch. Marc Hammer wurde Doppelter Berliner Meister (Semi- und Leichtkontakt) 2009. Vizemeister wurden Sharon Bettac, Viktor Schilling, Phillip Kerl, Miron Bettac, Jacqueline Kerl, Cindy Kästner, Patrick Pickbrenner und unser Oldie, Nils Thiede. Sehr gute dritte Plätze belegten Michael Wos und Nicolas Schulze.

Nur eine Woche später fanden in Chemnitz die Saxony Open 2009 mit internationaler Beteiligung statt. Das Tschechische Nationalteam reiste mit einem großen Team an. Am Abend zuvor, also am 20. März 09 quartierten Patrick Pickbrenner, Cindy Kästner, Marc Hammer und ich uns im Europaparkhotel Chemnitz ein, da eine Anreise am frühen Morgen für uns zu stressig war. Mal davon abgesehen, dass unsere Unterkunft von uns in der Bewertung im Minusbereich liegen würde (kein Toilettenpapier, defekter Duschkopf, nur kaltes Wasser, quietschende Betten, usw.), konnten wir wenigstens die Möglichkeit des Wiegens am Abend wahrnehmen, um dann in einem gemütlichen Restaurant Kohlenhydrate aufzufüllen. Am nächsten Morgen trafen wir in der Halle ein. Wie im letzten Jahr war ein Boxring aufgebaut. Die Anzahl der Teilnehmer erhöhte sich von ca. 80 auf über 130, da einige Meldungen in den Listen der Veranstalter nicht vorlagen. Das bedeutete, dass uns hier ein sehr langer Veranstaltungstag bevorstand, denn es blieb bei einer Kampffläche im Ring. Semi-, Leicht- und Vollkontakt im Ring, das kannten wir auch noch nicht. Dementsprechend schwierig gestaltete sich die Bewertungen durch die Kampfrichter, die manchmal recht zweifelhaft erschienen. Marc Hammer startete wieder im Semi- und Leichtkontakt, fand im Semikontakt nach einem Sieg im ersten Kampf dann sehr schnell seinen Meister im zweiten Kampf. Er verlor gegen den späteren Sieger und auch mehrfachen Deutschen Meister im Semikontakt, Florian Weichelt.

Cindy Kästner belegte im Leichtkontakt gegen eine sehr starke Kämpferin aus dem tschechischen Nationalteam, Kristina Jachnicka (Prag), einen hervorragenden Zweiten Platz, nachdem sie zuvor gegen eine andere Tschechin, Tereza Dolinova, gewann. Sie biss sich durch, punktete zusehends, vernachlässigte jedoch ein wenig ihre untere Deckung, so dass ihre Gegnerin mit ihren Füßen immer wieder eine Lücke fand und punktete.

Dann musste Patrick Pickbrenner im Leichtkontakt bis 69 kg ran. Er hatte mit Gürkan Güren aus Hof einen unbequemen Gegner, der anscheinend aus dem Bereich des Boxens kam, denn dieser klammerte sich nach einer Schlagserie immer wieder in den Seilen fest und verhinderte so Techniken von Patrick. Hier hätten die Kampfrichter ganz klar eingreifen und sanktionieren müssen. Die Zuhilfenahme der Seile und das Festhalten an diesen ist gemäß Regelwerk nicht gestattet. Leider sahen nur wir das so. Unter „wir“ meine ich auch die Zuschauer, die nach Beendigung des Kampfes, der für Patrick verloren gegeben wurde, zu uns kamen und erklärten, dass Patrick eindeutig als Sieger anzusehen sei. Leider nutzten diese Aufmunterungen nichts, denn die Entscheidung war gefallen. Klare Treffer von Patrick wurden nicht gewertet. Schade. So ist das nun mal im Wettkampfgeschehen. Patrick ärgerte sich zurecht, nahm es jedoch sportlich. Gürkan Güren gewann dann seine nächsten beiden Kämpfe.
Marc Hammer kämpfte bei den Junioren im Leichtkontakt bis 63 kg, gewann klar seinen ersten Kampf mit guten Fuß- und Boxtechniken und stand dann im Finale gegen einen Kämpfer des tschechischen Nationalteams, Pavel Kocmann aus Prag. Von Beginn an kam es zu einem sehr harten Schlagabtausch beiderseits. Ich hatte das Grfühl, einen Vollkontaktkampf zu coachen. Mit Fortdauer des Kampfes steigerte sich die Härte. Die Kampfrichter ließen gewähren. Beide Kämpfer teilten aus, steckten aber auch Treffer ein. Marc, der sonst eine sehr gute enge Deckung hat, war zur Halbzeit im Gesicht schon deutlich gezeichnet. Sein Gegner ebenfalls. Dieser musste sich dann in der zweiten Halbzeit aufgrund heftiger Blutungen aus der Nase kurzfristig behandeln lassen, kämpfte jedoch weiter. Am Ende des Kampfes siegte Marc mit 3:0 Kampfrichterstimmen und war überglücklich, sich neuer „Saxony Open Sieger 2009“ nennen zu dürfen. Marc, ich als Deine Mutter habe nach diesem Kampf keine Bedenken mehr, Dich im Vollkontakt starten zu lassen. Ich denke, dass Du dort gut mithalten könntest. Die Zukunft wird es zeigen!!!

Nachdem Patrick, Ciny und Marc mit ihren Kämpfen „durch“ waren, verabschiedeten wir uns von den Veranstaltern, da wir am selben Abend noch von Chemnitz nach Wolfsburg fuhren. Dort fanden am nächsten Tag die offenen Niedersachsen Meisterschaften statt. Normalerweise befürworte ich das vorzeitige Verlassen eines Turnieres vor einer Siegerehrung nicht und halte es für unsportlich gegenüber den Ausrichtern und den anderen Wettkämpfern. In diesem Falle haben wir jedoch eine Ausnahme gemacht, da die Fahrt noch über drei Stunden dauerte und die Jugendherberge in Wolfsburg, in der man eigentlich nur bis 20:00 Uhr einchecken darf, uns bereits Zeit bis 22:30 Uhr zum Einchecken gewährte. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Herbergsleitung.
Wie wir im Nachhinein erfuhren, dauerte die Saxony Open bis nach Mitternacht. Nun gut, wir schafften es zum Glück noch rechtzeitig nach Wolfburg. Patrick hielt trotz eines anstrengenden Turniertages als Fahrer des Pkw durch. Völlig erschöpft sanken wir in unsere Herbergsbetten.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf die Suche nach der richtigen Halle in Wolfburg. Die Suhler-Straße fanden wir, jedoch konnten wir keine weiteren Fahrzeuge bzw. Wettkämpfer ausfindig machen. Wir dachten schon, dass die Ausschreibung sich nochmals geändert hätte. Dann kam uns ein Hamburger Fahrzeug entgegen. Dort saßen ebenfalls Kickboxer drin, die auf der Suche nach der Halle waren. Tatsächlich, nach einiger Zeit des Suchens fanden wir dann ein kleines graues Pappschild in Din A 5 Größe mit der Aufschrift „Kiboen“. Ja ihr lest richtig „Kiboen“. Wir hatten die Halle gefunden. In der Halle, die recht neu und schön war, hatte Antonio Spatola mit seinem Team bereits alles schön und übersichtlich aufgebaut. Wie immer stachen ganz tolle und große Pokale auf einem schön dekorierten Tisch hervor. Nach und nach füllten sich auch die Teilnehmer an der Waage. Für uns war traurig, dass Cindy Kästner in ihrer Gewichtsklasse leider keine Gegnerin mehr hatte. Die in ihrer Gewichtsklasse gemeldete Kämpferin meldete sich einen Tag zuvor krank ab. Schade. Cindy war so heiß auf diesen Pott und vom Vortag gut aufgepuscht. Sie hätte auch gerne bei den Männern mitgekämpft, um überhaupt kämpfen zu können, dies wurde leider nicht zugelassen. Nun gut, somit hatten wir noch zwei Kämpfer am Start. Patrick Pickbrenner und Marc Hammer. Marc startete wie immer in zwei Disziplinen, Semi- und Leichtkontakt.
Der erste Gegner von Patrick war kein anderer als Paul Schewtschenko, der Deutsche Meister im Boxen. Mal wieder eine harte Nuss. Patrick kämpfte wie immer sehr variabel, steckte allerdings harte Kopftreffer von Paul ein. Paul schlug gekonnte Serien und setzte nur ab und zu Fußtechniken ein. Die Schläge zeigten Wirkung. Obwohl Patrick sehr gut kämpfte, fand er kein Konzept und verlor letztendlich nach Kampfrichterentscheidung. So, jetzt war nur noch Marc dran. Sein Gegner im Semikontakt hieß Christian Lenski. Christian war wesentlich größer und hätte so mit seinen langen Beinen bestimmt leicht treffen können. Irgendwie begegneten sich beide Kämpfer mit Vorsicht, tänzelten herum und trafen selten. Mal punktete der eine, mal der andere Kämpfer. So ging es über die gesamte Kampfzeit und am Ende hieß es Gleichstand. Kurz vor Ende der zweiten Halbzeit trat Marc fehl und sackte plötzlich zusammen. Anfangs dachte ich, dass Marc mit dem Fuß umgeknickt sei. Dem war jedoch nicht so. Er konnte plötzlich sein Bein nicht mehr heben. Ich vermutete eine Muskelzerrung. Er biss auf die Zähne und humpelte in die Verlängerung. Diese konnte Marc dann trotz Verletzung für sich entscheiden. Die spätere Diagnose des Arztes in Berlin hieß: „Muskelanriss mit Einblutung am Sitzbein“. Nach dem Kampf hatte Marc Tränen in den Augen. Nicht vor Schmerzen, sondern er ärgerte sich über diese Verletzung ohne Fremdverschulden. Obwohl er mit diesem Sieg Niedersachsenmeister 2009 im Semikontakt war, ärgerte er sich, denn es stand ihm ja noch der Kampf im Leichtkontakt bis 63 kg gegen Anton Hirche bevor. Eine Stunde lang versuchten wir mit Kühlung zu erreichen, dass Marc kämpfen konnte. Es sah nicht gut aus. Marc humpelte herum. Wahrscheinlich wäre es vernünftiger gewesen, diesen Kampf abzusagen, aber sowohl Anton als auch Marc wollten zum Kampf antreten. Nun gut. Ich testete vor Kampfbeginn noch mal die Fähigkeit von Marc, auch seine Füße einsetzen zu können. Ich war skeptisch. Der Kampf begann und wie erwartet, humpelte Marc über die Matte. Sogar bei Schlagkombinationen verzog Marc sein Gesicht. Sein Kampfverhalten entsprach nicht dem Gewohnten. In der Halbzeit erklärte ich Marc, dass er deutlich zurückliegen würde. Das stimmte zwar nicht aber sorgte dafür, dass Marc in der zweiten Halbzeit die Schmerzen vergaß und wie gewohnt auftrumpfte. Die Fäuste trafen des Gegners Gesicht, die Füße, die er trotz Verletzung einsetzte, trafen ebenfalls. Ich konnte meinem Sohn ansehen, dass bald nichts mehr ging. Als das Säckchen am Ende des Kampfes auf die Matte, geworfen wurde und die Kampfrichter den Kampf beendet hatten, sackte Marc auf die Matte. Die eindeutige Kampfrichterentscheidung fiel mit 3:0 zugunsten von Marc aus. Auch in dieser Disziplin wurde er Niedersachsenmeister 2009. Herzlichen Glückwunsch allen Kämpfern.

Auf der Rückfahrt hockte Marc die ganze Zeit auf mehreren Kühlpacks. So waren die Schmerzen erträglich. Seine erste schlimmere Verletzung. Ärgerlich an der ganzen Sache war, dass wir ja bereits eine Woche später nach Österreich zu den in Walchsee stattfindenden Austrian Classics mit internationaler Beteiligung fahren wollten. Nationalteams und Kämpfer aus insgesamt 16 Nationen waren gemeldet. Nach Auskunft der Veranstalten verzeichnete man über 1500, ja ihr lest richtig, über 1500 Kämpfer.

Aus der Sportschule Bernd Grossmann nahmen mit Miron Bettac und Marc Hammer wie im letzten Jahr, zwei Kämpfer teil. Ihr findet von der Bundestrainerin Bianca Jäger einen Bericht zur Austrian Classic auf der Internetseite der BKBU. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass in diesem Bericht fehlt, dass auch Miron Bettac in Österreich startete. Obwohl er seinen Kampf verlor, war mal wieder deutlich, dass Miron ein klassischer Semikontakter ist. Mit schönen Techniken punktete er, wurde jedoch immer wieder vom ungarischen Gegner des Kiralyteams getroffen. Leider verlor man in Österreich bereits mit einem Punkteunterschied von 6 Punkten durch technisches K.O. Miron kämpfte toll, verlor jedoch dann durch technisches K.O. Trotzdem gut gemacht. Angenehm an dieser Veranstaltung bzw. dem gesamten „Drum und dran“ war, dass wir uns im Vorfeld mit Lars Kremps vom Kickboxteam Eberswalde kurzschlossen und wir so die Möglichkeit hatten, bei Lars und seinem Team mitzufahren. So konnten wir uns näher kennen lernen und hatten eine Menge Spaß miteinander. Beim abendlichen Zusammensitzen in den Restaurants tauschten wir Informationen aus und überlegten, ob man nicht mal ein gemeinsames „Camp“ auf die „Beine“ stellen könnte. Dazu allerdings zu gegebener Zeit mehr.

So, im Anhang findet ihr noch diverse Fotos

Ich hoffe, dass ich Euch über die nächsten Turniere rechtzeitiger berichten kann. Allerdings seid ihr alle aus unserer Sportschule aufgerufen, die Internetseite der Sportschule mit Leben zu füllen und Berichte bei Markus Görner, unserem Webmaster, abzugeben.

Also, bis demnächst.
Gruß
Eure Birga

Autor: Birga Hammer