Berichte [ Fr. 15. Mai 2009 - Sa. 16. Mai 2009 ]
Internationale Deutsche Meisterschaften 2009 in Lünen
Ein erfolgreiches Wochenende liegt hinter uns. Nach Auskunft des Veranstalters kämpften 560 Teilnehmer aus 11 Nationen in 4 Disziplinen um den Titel des Internationalen Deutschen Meisters 2009. Unsere Sportschule Grossmann am Buckower Damm 110 war mit insgesamt 8 Wettkämpfern nach Lünen gereist, um „abzuräumen“. Die Aussichten waren gut. Schade, dass Andrej Propp noch kurzfristig absagen musste. Ein Titelaspirant weniger.
Internationaler Deutscher Meister im Vollkontakt in der Gewichtsklasse – 91 kg wurde:
Internationale Deutsche Vizemeister im Leichtkontakt Jugend weiblich – 50 kg und männlich – 63 kg wurden:
Dritte Plätze im Leichtkontakt und somit ebenfalls mit Pokal auf dem Treppchen erreichten:
Zwei weitere Pokale gingen im Semikontakt und im Vollkontakt an:
Pech bei den Auslosungen hatten Patrick Pickbrenner und Cindy Kästner, die jeweils als ersten Gegner die in ihrer Gewichtsklasse an Nr. 1 gesetzten Kämpfer/innen erwischten. Beide Gegner können bereits Profikämpfe vorweisen. Somit waren die Aussichten anfangs nicht sehr gut. Miron Bettac musste gleich in seinem ersten Semikontaktkampf gegen einen Tschechischen Nationalkämpfer antreten.
Das Losglück war an diesem Wettkampftag leider nicht auf unserer Seite. Was soll`s, da mussten wir durch.
Der gesamte Verlauf des Turniers schien gut durchdacht gewesen zu sein. Am Vortag erhielten alle Coaches einen Plan, aus dem ersichtlich wurde, welche Gewichtsklassen den jeweiligen Mattenflächen (insgesamt 4) zugeordnet waren. Beim Betreten der Halle hingen bereits die Auslosungen an der Wand, so dass jeder Wettkämpfer sich rechtzeitig informieren konnte, wann und wo er ungefähr kämpfen musste (Verschiebungen gibt es immer mal wieder). Peter Kohn und ich hatten als Betreuer trotz guter Organisation durchgehend zu tun, um keinen Start zu verpassen. Überschneidungen gab es immer wieder mal.
Nun zu den Kämpfen im Einzelnen:
Erster Gegner von Maurice Kohn im Vollkontakt bis 91 kg war Jan Kornfeld aus Bielefeld. Dieser Kampf dauerte nur 1 Minute und 40 Sekunden. Dann schickte Maurice seinen Gegner, dessen Knie kurz zuvor durch einen gezielten Schlag gegen den Kopf weich wurden, so dass er vom Kampfrichter angezählt werden musste, „auf die Bretter“.
K.O. in der ersten Runde. Das fing ja gut an. Im Finale kämpfte Maurice dann gegen Lukasz Makarewicz (FNBG). Diesen Kampf dominierte Maurice, obwohl sein Gegner eine gute „Linke“ schlug. Die Entscheidung fiel nach Kampfende eindeutig für Maurice aus, so dass er als Sieger und somit Internationaler Deutscher Meister 2009 feststand. Sein Debüt im Vollkontakt hatte Marc Hammer. Nachdem er bei den Norddeutschen Meisterschaften leider im Juniorenbereich im Vollkontakt keinen Gegner hatte, startete er nun bis 63,5 kg im Ring gegen Johann Kun (KBT Ing). Johann Kun konnte bereits mehrere Vollkontaktkämpfe vorweisen, so dass das Kämpfen im Ring für ihn nichts Ungewöhnliches mehr war. Es entfachte ein reger Schlagabtausch, in dem Marc anfangs sogar in Führung ging. Ein Kampf über 3 x 2 Minuten, der am Ende als Sieg für Johann gewertet wurde. Obwohl Marc verlor, war er mit seinem Kampf zufrieden. Er belegte in dieser Disziplin den dritten Platz.
So, nun zum Leichtkontakt. Sharon Bettac startete in der Gewichtsklasse Jugend, weiblich, bis 50 kg. Ihre Gegnerin hieß Dajana Belskaya aus Tschechien. Ein richtiger kleiner Wirbelwind, der zuvor wahrscheinlich in eine Steckdose gefasst hatte (....kleiner Scherz am Rande....), denn die Kämpferin stand völlig unter Strom und stürmte gleich zu Beginn auf Sharon zu. Zwischen den einzelnen Techniken waren kaum Pausen, so dass Sharon („Schroni“) anfangs nur in Deckung gehen konnte. Nach und nach konnte sie dann auch punkten. Obwohl ihre Deckung gut war, fing sie sich diverse Treffer durch Halbkreiskicks ihrer Gegnerin ein. Am Ende hieß die Siegerin Dajana. Sharon wurde Internationale deutsche Vizemeisterin. Ihr Bruder Miron Bettac, mittlerweile ein „alter Hase“ im Semikontaktgeschäft, hatte mit Michael Nemecek aus Tschechien in der Gewichtsklasse Junioren bis 69 kg eine harte Nuss zu knacken. Neben diesem Kämpfer befanden sich auch die WM-Teilnehmer und Bundeskaderangehörige des letzten Jahres Phillip Ruckdeschel und Michele Simone in diesem Pool. Miron versuchte, gleich zu Beginn des Kampfes zu punkten und stürmte, leider ohne Deckung, in seinen Gegner hinein. Dies nutzte der wettkampferfahrene Tscheche, um innerhalb weniger Sekunden einen deutlichen Vorsprung herauszuarbeiten. Obwohl Miron dann durch gute Fußtechniken punkten konnte, war der Vorsprung des Gegners zu groß. Der Tscheche gewann und war eine Runde weiter. Schade für Miron. Mit einem Sieg hätte er in seiner Klasse einen Pokal erreichen können. Vielleicht klappt es ja bei den in ca. drei Wochen stattfindenden Deutschen Meisterschaften in Darmstadt.
Marc Hammer`s Gegner im Semikontakt Jugend über 175 cm hieß Connor Baginski (Glinde). Connor hatte mit Marc keinerlei Probleme. Er nutzte seine Größe geschickt aus und traf Marc immer wieder mit seinen langen Beinen und zog Punkt für Punkt davon, bevor Marc ihn überhaupt erreichen konnte. Eine klare Kiste. Marc verlor deutlich und belegte in dieser Disziplin den dritten Platz.
Bei den Damen startete Jacqueline Kerl im Leichtkontakt bis 55 kg. Ihre Gegnerin hieß Christina Mc Mahon vom irländischen Nationalteam. Leider kann ich Euch nicht viel über diesen Kampf berichten, da gleichzeitig mehrere Kämpfer auf verschiedenen Matten kämpften und ich ihren Kampf verpasste. Jaqceline muss jedoch sehr gut gekämpft haben, denn sie erkämpfte sich in dieser Gewichtsklasse den dritten Platz und konnte somit einen Pokal mit nach Hause nehmen. Piecke erklärte, dass Jacqueline in der zweiten Runde mit ihren schnell aufeinanderfolgenden Fausttechniken Christina zur Verzweifelung trieb. Leider reichten diese Techniken nicht zum Sieg. Schade!
Patrick Pickbrenner`s (Piecke) erster Gegner bei den Herren im Leichtkontakt bis 69 kg hieß Clemens Ruder (Plat). In dieser am Stärksten besetzten Gewichtsklasse mit 13 Gegnern waren Nationalkämpfer aus Dänemark, Irland und Deutschland vertreten. Nach 1 ½ Runden lag Piecke punktemäßig vorne, nachdem Cindy ihm zurief, dass hier auch Deckungstreffer gewertet wurden. Piecke explodierte regelrecht und es sah ganz gut aus. Dann rief der Trainer von Clemens diesem zu: „Clemens, Du liegst hinten“. Dieser Satz schien wie ein Wunder gewirkt zu haben, denn Clemens konnte den Spieß noch drehen und den Kampf für sich entscheiden. Schade, trotz eines sehr guten Kampfes verlor Patrick und der Traum vom Internationalen Deutschen Meister war geplatzt. Dennoch war er mit seinem Kampf zufrieden!!! Da auch Patrick sich für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert hat, kann er seine Chance dann in Darmstadt nutzen.
Kommen wir nun zu Cindy Kästner, die im Leichtkontakt bei den Damen bis 60 kg startete und 10 Teilnehmer in ihrer Gewichtsklasse hatte. Da wären wir nun beim „Losglück oder besser gesagt beim Lospech“. Die härteste Gegnerin dieser Klasse wurde gleich zu Beginn Cindy zugelost. Mit Julia Irmen (Plat) stand ihr eine Kämpferin aus dem Nationalkader gegenüber, die bereits im Vollkontakt diverse Kämpfe bestritt. So wurde dann auch gekämpft. Cindy verlor diesen Kampf und war raus...... Julia Irmen marschierte durch diese Gewichtsklasse und sicherte sich am Ende souverän den Titel der Internationalen Deutschen Meisterin 2009. Auch Cindy ist für die DM qualifiziert und kann sich in Darmstadt erneut beweisen.
Marc Hammer startete noch in der Klasse Leichtkontakt Jugend bis 63 kg. Die dritte Disziplin an diesem Tage. Ein bisschen viel. Sein erster Gegner hieß Yasin Sisaneci aus dem Team Lippspring. Diesen Kämpfer kannten wir noch gar nicht. Er war sehr schlank und einen ganzen Kopf größer als Marc. Zu Beginn des Kampfes tasteten sich beide Kämpfer erst einmal ab. Dann merkte Marc, dass sein Gegner zu offen in der Deckung stand, nutzte dies gnadenlos aus und traf immer wieder ins Ziel und lag schnell mit 3:0 in Führung. Dies änderte sich bis zum Ende des Kampfes nicht und somit gewann Marc und war eine Runde weiter. Sein nächster Gegner war Patrick Schlaffer (Sportpoint Werder), der zuvor durch ein Freilos eine Runde weiterkam und frisch an den Start ging. Marc war durch mittlerweile drei Kämpfe schon ganz schön geschlaucht. Zu Beginn des Kampfes lag Patrick mit 2:1 Kampfrichterstimmen vorne. Gegen Ende der ersten Runde wendete sich das Blatt und Marc holte Treffer für Treffer auf, so dass es am Ende der zweiten Runde 3:0 für Marc hieß. Nun stand er im Finale. Sein Gegner hieß Mohamed Khaloua. Ich hatte zuvor Gelegenheit, diesen Kämpfer bei seinem Kampf um den Einzug ins Finale zu beobachten. Er glänzte mit sehr guten und schnellen Fußtechniken und war sehr beweglich. Zudem verstand er es, den Platz auf der Matte geschickt für sich zu nutzen. Gleich zu Beginn des Kampfes zeigten beide Kämpfer ihre Fußtechniken. Jeder wollte punkten und den Titel für sich gewinnen. Mal lag der eine Kämpfer vorne, dann wieder der andere Kämpfer. Nach zwei Runden hieß es „Unentschieden“. Jeder hoffte auf den Sieg. Die Kampfrichter mussten nun entscheiden. Die Entscheidung fiel auf Mohamed. Somit wurde Marc Internationaler Deutscher Vizemeister.
Zum Schluss musste nun noch Phillip Kerl bei den Junioren im Leichtkontakt bis 63 kg ran. Er hatte auch ein paar „Knaller“ in seiner Gewichtsklasse. Unter anderem Kian Golpira (MAM), der sich zuvor im Vollkontakt den Titel des Internationalen Deutschen Meisters sicherte. Phillips erster Gegner hieß Ngoc Duy Do (TAN GUN). Die körperliche Überlegenheit lag klar bei Phillip, der mindestens 15 cm größer als sein Gegner war. Mit guten Fußtechniken punktete Phillip und lag schnell klar in Führung. Die Überlegenheit war auch dem gegnerischen Trainer klar. Dieser warf dann auch das Handtuch und gab für seinen Kämpfer auf. Somit war Phillip eine Runde weiter. Jetzt traf er auf Nico Rings (Hara Köln). Anfangs hielt Phillip noch gut mit, musste sich dann allerdings den harten Schlägen von Nico geschlagen geben. Nico erhielt wegen zu harten Kontaktes einen Minuspunkt. Er traf Phillip ziemlich hart, so das dieser kurzfristig zu Boden ging, aber dann weiterkämpfen konnte. Zudem irritierte Nico Phillip des Öfteren mit Fußfegern, die ihre Wirkung zeigten und Phillip von den Füßen holten. Am Ende hieß der Sieger Nico. Phillip erkämpfte sich den dritten Platz und somit einen Pokal.
Vollkommen erledigt setzten wir uns dann fast alle noch in ein gemütliches deutsches Restaurant, aßen und tranken und ließen die Meisterschaft ausklingen.......
Fazit: Gute Veranstaltung, gute Kampfrichterleistungen, tolle Platzierungen für unsere Kämpfer und was das Wichtigste ist, keine schlimmeren Verletzungen.
Im Anhang findet ihr noch diverse Fotos
Bis demnächst ...
Gruß Birga
Autor: Birga Hammer

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